Vatikanische Museen

Der Smartphone-Guide

Herzlich willkommen in den Vatikanischen Museen in Rom. Mit dieser Internetseite können Sie selbstständig einen Rundgang durch die Museen, Hallen, Höfe und Gänge des Museums unternehmen. Die Seite ist als Onepager programmiert, so dass sie sie vor dem Besuch des Museums komplett laden können. Die Navigation führt Sie auf die entsprechenden Seitenabschnitte. Und nun: viel Spaß im wunderbarsten Museum der Welt!

Überblick



Was man gesehen haben muss:

- Augustus von Primaporta (d)
- Laokoon-Gruppe (e)
- Apoll vom Belvedere (e)
- Herkules aus Goldbronze (e)
- Raffaels 'Schule von Athen' (n)
- Das jüngste Gericht (s)
- Decke der Sixtinischen Kapelle (s)
- Decke der Bibliothek (t)
- Pinienhof


Die einzelnen Museen sind über die Navigation zu erreichen. Alle Bilder und Grafiken sind durch Anklicken vergrößerbar. Die gesamte Seite ist für das Smartphone optimiert.



 

Die Vatikanischen Museen

Papst Nikolaus V. begann um 1450 mit dem Bau der heutigen Anlage des Papstpalastes, von Sixtus IV., Innozenz VIII. und Alexander VI. wurde er weiter ausgebaut. Als eigentlicher Begründer der Vatikanischen Sammlungen gilt aber Papst Julius II., der bereits über eine private Antikensammlung verfügte. Zwischen 1506 und 1513 erwarb er für den Belvedere-Hof die berühmtesten antiken Skulpturen seiner Zeit. Die päpstlichen Architekten Bramante und Sangallo erweiterten den Palast, der heute einen Gebäudekomplex mit etwa 1.400 Räumen und 55.000 m² Grundfläche umfasst. Dem Papst und seinem Hofstaat ist nur ein kleiner Teil vorbehalten, der Großteil ist den Besuchern geöffnet. Offizieller Eingang ist das Tor oberhalb der Scala Regia. Diese verbindet den Petersdom mit der Sixtinischen Kapelle und den Stanzen (den von Raffael ausgemalten Privatgemächern der früheren Päpste). Die Treppenanlage wurde von Sangallo errichtet und von Bernini erneuert. Am Fuß der Treppe steht ein Reiterstandbild Konstantins des Großen von Bernini. Der heutige Zugang zum Museum erfolgt aber von der Nordseite, vom Viale Vaticano durch einen zum Heiligen Jahr 2000 neu errichteten Eingangsbereich.

 

Ägyptisches Museum

Saal II

Der Saal ist einer Grabkammer aus dem Tal der Könige nachgestaltet: Sarkophage, Mumien, Objekte der Grabausstattung.

Gemälde an der dem Eingang gegenüberliegenden Wand: PSYCHOSTASIS (Abwiegen der Seele der Verstorbenen): wenn der Tote für zu leicht befunden wird, kommt er nach links, wo ihn ein Ungeheuer erwartet mit Hundekopf und dem Maul eines Krokodils. Sonst kommt er in die ewige Seligkeit. Auf dem Bild: Gott Anubis (Gott der Totenriten und der Mumifizierung) mit dem Hundekopf, der ägyptische Hauptgott Horus (Himmels- und Lichtgott) mit dem Falkenkopf, Thot (Gotte der Magie, Weisheit und Wissenschaft), der das Protokoll führt.

Saal III

Mehrere Isisstatuen aus römischer Zeit (1./2.Jh.n.Chr.). Sie stammen meist aus der Villa Hadriana, wie die Kolossalbüste der Göttin Isis (Göttin des Todes und der Wiedergeburt) und die monumentale Statue des Antinous (des Geliebten Kaiser Hadrians), hier als Osiris (Gott des Todes und der Wiedergeburt, Gatte der Isis) dargestellt.

Saal IV

Priesterstatuen und verschiedene Gottheiten: Naophorus, Bes, Anubis.

Saal V

Sarkophage, verschiedene Tiergötter.

In der Mitte: wunderschöne Kolossalstatue der Königin Tuja, Mutter Ramses'II. (13.Jh.v.Chr.). Sie hat eine Nilpferdpeitsche und die Gebeine eines Geiers in der Hand. Terrasse (8,9): Statuengruppe der Kriegsgöttin Sekhmet mit Löwenhaupt und zwei ruhende Löwen.

Saal VI

Gegenstände in den Vitrinen haben meist mit ZAUBER oder OPFER zu tun.

Vitrine ganz links,obere Reihe: Nilpferd (als Symbol für schlechte Kräfte) von Pfeil durchbohrt.

In der mittleren Reihe ganz links: Horus triumphiert über die schlechten Mächte (Krokodile, Skorpione, Schlangen). Die Heiligen Tiere in den Vitrinen stellen den Genius eines Gottes dar (z.B. Stier Apis dem Pthaa heilig, Falke als Symbol für Horus, Katze für Basthet, Ibis für Thot). Die Tiere wurden in Ställen in der Nähe der Tempel aufgezogen, von Priestern gepflegt und verehrt, nach ihrem Tod mumifiziert.

In der dem Fenster gegenüberliegenden Vitrine: ganz rechts Gottheiten des Isiskultes, ganz links: Osiris, dann seine Frau Isis, die ihr Kind Horus säugen will, dann Hippokrates, dann Nephtis (Geburts- und Totengöttin), ganz rechts: Anubis.

In der an der Tür gegenüberliegenden Wand sind lithurgische Instrumente ausgestellt: Mitte: Situla (Wasserbehälter), Sistrum (ein Musikinstrument, um in Ekstase zu versetzen). Ganz links unten: Weihrauchgefäß.



 

Museo Chiaramonti

Das Museum Chiaramonti, das im Loggiengang untergebracht ist, der den kleinen Belvedere-Palast mit den Vatikanischen Palästen verbindet, ist nach dem Papst Pius VII. Chiaramonti (1800-1823) benannt. Das Museo Chiaramonti beinhaltet ca. tausend Fundstücke antiker Skulpturen; es stellt eine der stattlichsten Sammlungen römischer Portraits dar und ist auch reich an Beispielen idealisierter Skulpturen und Grab-Skulpturen.





Hier ist eine Vielzahl an Portraits ausgestellt; man achte auf die Schildchen. Die Basen gehören nie zu den Portraits, auf denen sie stehen. Die Feigenblätter, die die Geschlechtsteile der Statuen schmücken, sind nicht original, sondern wurden im prüden Mittelalter und noch in der Neuzeit angebracht.

I/1 Sarkophag des C. Junius Euhodus und der Metilla Acte, durch die Inschrift auf 161 - 170 n.Chr. datiert, aus Ostia, mit Reliefszenen aus dem Mythos vom Tod der Alkestis, die für ihren Mann Admetus freiwillig aus dem Leben schied; er hatte nämlich die Göttin Artemis beleidigt. Seine Frau, die aus großer Liebe bereit war, sich für ihn zu opfern, wurde von Herakles gerettet. Die Köpfe der mythologischen Gestalten wurden durch die Portraits der Toten ersetzt.

I/2 Herme (Protraitbüste) des Hephaistos, der am Pilos, einer kegelförmigen Filzkappe, erkennbar ist. Es handelt sich um die römische Fassung einer berühmten Statue des Hephaistos vom Bildhauer Alkamenes, um 430 v.Chr. geschaffen. Reiche kunstbeflissene Römer ließen sich gern solche Kopien nachbilden.

XI/6 Kopf des Cicero, vermutlich ein Renaissancewerk.

XII/7 Oben an der Wand: Grabstatue eines Mannes namens Cornutus als Saturn. Die Statue selbst spricht durch die Inschrift: "Hier stehe ich, Cornutus (= der Gehörnte), schmerzerfüllt mit meinen acht überaus geliebten Kindern". Bärtig, mit Sichel in der Rechten, vom Mantel umhüllt, thront er inmitten von Früchte tragenden Kindern: es handelt sich um Saturn (mit dem Portrait des Cornutus), dem Herrn des goldenen Zeitalters. Ende 3. Jh. n. Chr. entstanden.

XVI/9 Kolossalstatue der Athene, vielleicht einer aus anderem Material gearbeiteten Statue aufgesetzt. Durch die eingesetzten Augen wird der lebendige Blick antiker Werke hervorgerufen.

XXI/10 Sitzstatue des Kaisers Tiberius (Nachfolger des Augustus). Dieser Statuentyp wird normalerweise bei Darstellungen des Jupiter verwendet.

XIX/11 und 12 Kolossalkopf des Augustus aus Veji; Kolossalkopf des Tiberius, ebd.

XXXVII/14 Statue des Herkules, auf seine Keule gestützt, das Löwenfell über dem linken Unterarm.

XLIII/15 Kleine Statue des Odysseus. Teil einer Gruppe, die das Abenteuer mit den Zyklopen darstellt. Der Held reicht dem Zyklopen Polyphem den Weinbecher, um ihn betrunken zu machen. Anschließend sticht er dem Betrunkenen das Auge aus und kann mit seinen Gefährten fliehen. Römische Arbeit aus dem 1. Jh. n. Chr.; an griech. Vorbildern inspiriert.

Es folgt die GALLERIA LAPIDARIA, die Inschriften enthält; kann nur mit besonderer Genehmigung betreten werden.



 

Museo Braccio Nuovo

Die Rückgabe der von Napoleon konfiszierten Werke führte zu einer Reorganisierung der Päpstlichen Sammlungen und ließ den Bau einer neuen Abteilung für die klassischen Skulpturen angebracht erscheinen. Papst Pius VII. (1800-1823) übergab den Bauauftrag für den sogenannten Braccio Nuovo (d.h. neuer Arm) des Chiaramonti Museums dem römischen Architekten Raffaele Stern.

Der Braccio Nuovo besteht aus einer 68 Meter langen Galerie, die von einem Kassettengewölbe mit Oberlichtern überdacht ist; im Zentrum der Galerie öffnet sich auf der einen Seite ein Halbkreis, auf der anderen Seite führt eine Reihe an Stufen zur monumentalen Vorhalle, die sich auf den Cortile della Pigna (Pinienhof) hin öffnet. Die Wände werden durch 28 Nischen unterteilt, in denen überdimensionale Statuen, wie etwa die Kaiserabbildungen und römische Kopien berühmter griechischer Originalstatuen, ihren Platz finden. Die auf Simsen und Halbsäulen ausgestellten Büsten bilden eine Sammlung an berühmten Persönlichkeiten der Antike.





1 Statue des Silen, den Dionysosknaben in den Armen wiegend. Silenos ist nicht nur ein alter Trinker und Zecher im Tross des Dionysos, sondern auch Quell der Weisheit und Dionysos' geliebter Lehrer und Erzieher.

2 Augustus von Primaporta: Der Kaiser redet gerade seine Soldaten an; zu seinen Füßen Eros mit Delphin. Eros ist ja Begleiter der Venus, der Stamm-Mutter des Julischen Hauses. Diese kleinen Statuen an den Füßen hatten aber auch eine praktische Funktion: so sollte das Abknicken der schweren Steinstatue an den Knöcheln vermieden werden. BRUSTPANZER: die Bilder symbolisieren die Herrschaft, den Frieden und den Wohlstand unter Augustus. Seine Herrschaft beruht auf dem Sieg über Kleopatra und Antonius. Daher sehen wir die Sphinx auf seinen Schulterklappen. Über allem schwebt Caelus (Himmel) und breitet sein Tuch aus über die dank Augustus friedliche Welt. Unter ihm fährt Sol auf seinem Gespann über das Firmament, voraus geht Aurora (Morgenröte), in der Hand das Kännchen, mit dem sie auf ihrem Weg den Tau ausstreut. In der Mitte der Szene gibt ein Parther die Feldzeichen einem Römer zurück, die Crassus 53 v.Chr. bei Carrae verloren hatte. Die Ehre Roms wird hier nicht durch kriegerischen Akt, sondern mit diplomatischen Mitteln wiederhergestellt. Unter den Armen des Kaisers (unter seinem Schutz) sitzen zwei Barbaren, die durch Senken des Kopfes andeuten, dass sie sich willig in die Herrschaft Roms fügen.

BODEN VOR STATUE: Mosaik - Odysseus, festgebunden am Mast eines Schiffes lauscht den betörenden Gesängen der Sirenen (an ihren Vogelfüssen und Frauenoberleib erkennbar). Sie halten eine Fahne in der Hand, mit der sie die Schiffer heranwinken. Rechts die Darstellung der Insel Capri. Die Sirenen saßen auf der Spitze der Halbinsel Sorrent (Ort der Sirenen). Auf der linken Seite die Darstellung von Skylla und Charybdis. Das Meerungeheuer schnappt gerade einige der Gefährten des Odysseus, um sie zu fressen.

11 Statue des Nil. Die Haare des Gottes symbolisieren das fließende Wasser und sein gütiger Blick den Segen, den er über das Land bringt. Sein Arm stützt sich auf die Sphinx. Die Trauben sollen uns daran erinnern, dass Ägypten einige der besten Weine lieferte, bevor es die Moslems unterwarfen. Der aus Lotosblumen, Schilfblättern und Weizenähren gewundene Kranz in seinem Haar deuten ebenfalls auf die Fruchtbarkeit hin. Die sechzehn, in verschiedene Höhen verteilten Knaben mit den fetten Arschbacken stellen die Ellen dar, um die der Fluß bei der jährlichen Nilschwelle steigt. Ihre Zahl bezeichnet die höchste Steigung des Wassers, bei der die größte Menge Landes überschwemmt und somit fruchtbar gemacht wird. Die für das Land typischen Tiere sind das Krokodil und das Ichneumon (schleichkatzenähnliches Raubtier, sog. Pharaonratte).

18 Doryphoros (Speerträger), röm. Kopie nach griech. Bronzeoriginal des Polyklet um 440 v.Chr.; dieses die griech.Klassik beherrschende Standmotiv wurde von Polyklet in seiner theoretischen Schrift entwickelt und zum ersten Mal im Doryphoros musterhaft verwirklicht. Man fragt sich, ob die Figur schreitet oder innehält. In Wahrheit sind hier zwei entgegengesetzte Momente, Ruhe und Bewegung, vereint. Derselbe Gegensatz wiederholt sich als Spannung und Entspannung in den Armen, wobei jedoch die Seiten vertauscht sind: Das Standbein und der tragende Arm, das Spielbein und der freie Arm liegen sich gegenüber (Kontrapost). Nach diesem Prinzip ist die Figur bis ins kleinste Teil verwirklicht. Die Wirkungen, die durch ihre Dynamik von der Statue auf die griech. Kunst ausgingen, sind kaum zu überschätzen, und seit der Renaissance beschäftigt die Schrift des Polyklet die Künstler immer wieder aufs Neue.

 Um den Rundgang durch die Museen fortzusetzen, ist es notwendig, von hier aus bis zum Beginn des Museo Chiaramonti zurückzukehren. Von dort betritt man das Museo Pio-Clementino.



 

Museo Pio Clementino

Der ursprüngliche Kern der Päpstlichen Sammlungen klassischer Skulpturen geht auf den „Statuenhof” (heute Cortile Ottagono) von Papst Julius II. (1503-1513) zurück. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vergrößerten sich die Päpstlichen Sammlungen sowohl durch Ausgrabungen in Rom und in Latium als auch durch Erwerbungen bei Sammlern und Antiquitätenhändlern. In Zeiten der Aufklärung verwandelten sich die Päpstlichen Sammlungen in ein öffentliches Museum modernen Stils mit der Aufgabe, die antiken Kunstwerke zu schützen und deren Erforschung und die Wissenserweiterung zu fördern. Benannt wurde das Museo Pio Clementino nach den Namen seiner Gründer, Klemens XIV Ganganelli (1769-1774) und Pius VI. Braschi (1775-1799).





XII VESTIBOLO QUADRATO

1 Büste Klemens' XIV., Gründer des Museums im Jahre 1770.
2 Sarkophag des Scipio Barbatus (Konsul 298 v.Chr.). Der Sarg stammt aus dem unterirdischen Familiengrab der Scipionen an der Via Appia und ist eines der ehrwürdigsten Denkmäler aus der Zeit der römischen Republik. Scipio Barbatus war der Großvater des legendären Scipio Africanus, des Siegers über Hannibal bei Zama. Der Sarg ist aus graufarbigem Stein vulkanischer Bildung gearbeitet. Obwohl der Stein aus Etrurien stammt, ist die künstlerische Verzierung griechisch. Das architektonische Vorbild war der griechische Monumental-Altar. Die obere Decke hebt sich wie ein Deckel ab. Die Grabinschrift ist ein authentisches Dokument der älteren lateinischen Sprache. Es handelt sich um ein Lob des Verstorbenen für seine Taten und eine Übersicht über seine Ämterlaufbahn ("Cornelius Lucius Scipio Barbatus, des Vaters Gnaevos Sohn, ein Mann so klug wie tapfer, dessen gute Gestalt seiner Tugend angemessen war, der Konsul, Censor (Bewahrer der guten römischen Sitten; Kontrolleur der Senatoren) war bei euch wie auch Aedil (dritthöchstes Amt in der Ämterlaufbahn). Taurasia und Cisauna nahm er ein in Samnium, bezwang Lukanien ganz und führte weg die Geiseln").

X GABINETTO APOXYOMENOS

1 Ein Athlet (Marmorkopie aus dem 1. Jh. n.Chr. nach einem Bronzeoriginal des Lysipp um 320 v.Chr.) reinigt sich vom Staube der Palästra: den rechten Arm weit vorstreckend und mit der Strigilis in der Linken den Schmutz abschabend. Abgespannt, vom Kampf zermürbt, blicken die Augen apathisch in die Ferne: das Bild eines Siegers - nicht im Moment der Ehrung, sondern nach durchstandenen Mühen. Nicht wie die Menschen sind, wollte Lysipp sie darstellen, sondern wie sie sich im Augenblick geben.
2 Links und rechts in die Wand eingelassen: Inschriften aus dem Scipionengrab an der Via Appia. Auf einer Konsole: Porträtkopf des Ennius mit Lorbeerkranz; er war der erste Historiker, der Geschichtsschreibung in Versen verfasste.
3 Ara casali (200 n.Chr.): Basis mit röm.-trojanischen Sagen. Auf der Vorderseite Mars und Venus, auf den beiden Seiten trojanische Mythen und auf der Rückseite die Sage von Romulus und Remus.

XI VESTIBÜL

1 Relief mit Darstellung eines antiken Kriegsschiffes: nur der vordere Teil ohne die Darstellung des berühmten Enterhakens (corvus) erhalten. Es handelt sich um eine Bireme (2 Ruderreihen) und Admiralschiff. Biremen waren noch schmaler und wendiger als Triremen, die mit 200 Ruderern, Soldaten und Bogenschützen besetzt waren. Eine Quinquereme, die 5 Ruderreihen besaß, wurde von 300 Ruderern vorwärtsgetrieben. Das Admiralschiff war ganz rot, damit es von allen gleich wahrgenommen werden konnte. Bei Nacht war es mit 3 Laternen kenntlich gemacht, während die anderen Kriegsschiffe nur eine und die Lastschiffe zwei besaßen. Kriegsschiffe mußten im Gegensatz zu den Lastschiffen sehr beweglich und schnell sein. Daher betrug bei ihnen die Proportion zwischen Breite und Länge 7:1, bei Lastschiffen 4:1.

Zur Unterscheidung der Nationalität trug der Bug den Kopf einer Göttin; bei den Athenern war es Athene, bei den Karthagern Ammon, bei den Römern die geflügelte Victoria. Die Flügel sind hier symbolisch dargestellt. Die Victoria ist auch auf dem Kommandopult des Admirals zu sehen. Ein Befehl wurde mit Hilfe von Wimpeln den anderen Schiffen übermittelt, die an der Spitze eines Mastes, der sehr schnell aufgerichtet werden konnte, befestigt waren. Die Soldaten schauen alle nach rechts und warten darauf, dass sie mit Hilfe der Enterbrücke auf das andere Schiff stürmen können.

2 Statue des Nil (grauer Marmor), der mit seinen charakteristischen Attributen dargestellt ist, Sphinx, Krokodil, Ähren (Symbol für Fruchtbarkeit).

Links oben an der Wand: Darbietungen im Zirkus. Man sieht, dass es dort nicht nur blutig zuging. Mehrere Artisten führen ihre Kunststücke vor, wie man sie heute noch im Zirkus sieht. Deutlich erkennt man Tänzerinnen und einen Pygmäen. Blutig geht es auf dem Mosaik rechts zu: Links kämpft ein Elefant gegen einen Stier, rechts ein Kamel gegen einen Löwen, wobei der Löwe angebunden ist, um den Kampf spannender zu machen.

VIII. CORTILE OTTAGONO

Der Hof ist die Keimzelle des Museums, denn hier ließ Papst Julius II. seine antiken Statuen aufstellen.

1 Fragment eines röm. historischen Reliefs mit lorbeerbekröntem Stierführer und großem Stier (spätrepublikanische Zeit).
2 In der Mitte über dem Türdurchgang: Fries mit dionysischem Zug (1.Jh. v.Chr.)

3 Der APOLL VOM BELVEDERE Die antike Marmorskulptur wurde im 15. Jh. in der Villa Neros in Anzio wiederentdeckt und galt seither als ein herausragendes Beispiel klassischer Bildhauerkunst.

Die Marmorstatue ist die römische Kopie eines griechischen Bronzewerkes, das zwischen 350 und 325 v. Chr. vom spätklassischen Bildhauer Leochares geschaffen wurde. Der rechte Unterarm und die linke Hand fehlten, wurden 1532 ergänzt, 1929 im Zuge eines wissenschaftlichen Purismus wieder entfernt, um schließlich 2008 als erkennbare Ergänzungen wieder angefügt zu werden.

Die Statue zeigt Apollo als Bogenschützen in Bewegung. In der linken Hand hielt er den Bogen, in der rechten vermutlich einen aus dem Köcher gezogenen Pfeil. Bekleidet ist er nur mit einer Chlamys, die um seine Schultern und über den linken Ellbogen hängt. Der Blick ist in die Ferne gerichtet. Schräg hinter dem rechten Bein ist als Zutat des römischen Kopisten ein Baumstumpf als Statuenstütze mit der Statue verbunden. Die Notwendigkeit einer solchen Stütze ergab sich aus der Übertragung des Bronzeoriginals in Stein. Eine Schlange windet sich als Anspielung auf Apollos Sieg über den Python um den Baumstumpf.

Nach seiner Auffindung gelangte die Statue in den Besitz Giuliano della Roveres, des späteren Papst Julius II.; er ließ das Werk 1511 in den offenen Innenhof des Belvedere, einer später mit der päpstlichen Palastanlage verbundenen Sommervilla auf dem Vatikan, bringen.

Der Kopf der Statue diente Michelangelo als Vorbild für das Haupt des Weltenrichters Jesus Christus in der Sixtinischen Kapelle. Zum ersten Mal wurde hier das Bild Christi in einem offiziellen Auftrag eines Papstes in Rom vom üblichen Typus abweichend und ganz einer heidnischen Gottheit entsprechend dem Betrachter vor Augen geführt.

Für Winckelmann war diese Statue "das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Altertums". Völlig erschüttert schreibt Goethe an Herder: "Mein ganzes Ich ist erschüttert, das können sie denken, Mann, und es vibriert noch viel zu sehr, als dass meine Feder stet zeichnen könnte. Apollo von Belvedere, warum zeigst du dich in deiner Nacktheit, dass wir uns der unsrigen schämen müssen?"

4 Teilweise Rekonstruktion der von Michelangelo gebauten "Fontana del Tigri". Oben: Liegende Statue eines Flußgottes. Unten: Sarkophag mit dem Kampf zwischen Griechen und Amazonen. Er diente einst als Becken des Tigrisbrunnens.

5 LAOKOON: Der trojanische Priester warnte seine Landsleute davor, das von Odysseus erbaute hölzerne Pferd in die Stadt Troja zu ziehen. Von ihm stammt der berühmte Satz "Trau niemals den Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen!" Gerade wollen ihm die Trojaner Glauben schenken und das Pferd ins Meer stürzen, da kommen vom Meer zwei Seeschlangen und töten den Priester und seine Söhne.

"(Die Schlangen) aber, sie schießen zielbewußt auf Laokoon los, und zuerst um die Söhne legt sich das Schlangenpaar, um die beiden kindlichen Leiber ringelt es sich und zernagt - o Jammer - die Glieder mit Bissen. Ihn dann ergreifen sie selber, da zur Hilfe er naht mit den Speeren, schlingen um ihn ihre Leiber, die übergewaltigen und schon zweimal die Hüfte umfassend, am Hals die schuppigen Rücken zweimal geschlungen, so ragen sie hoch mit Haupt und mit Nacken. Jener ringt mit den Händen zugleich, die Knoten zu trennen, ganz vom Eiter der (Priester-)Binde besudelt und schwärzlichem Gifte, und zugleich auch erhebt er ein gräßlich Geschrei zu den Sternen, gleich dem Gebrüll, wenn blutend ein Stier vom Altar hinwegstürmt und das fehlgeschwungene Beil aus dem Nacken sich schüttelt" (Vergil, Aeneis II,199 ff.).

Die Trojaner deuten dies als Zeichen der Götter, denen das Pferd angeblich als Weihegabe zurückgelassen wurde, und ziehen es in die Stadt. Nachts überfallen die im Pferd verborgenen Griechen und brennen Troja nieder.

Am 14.1.1506 wurde in einem Weinberg diese Skulptur gefunden, die Plinius der Ältere beschrieben hatte und von der er sagte, dass sie im Palast des Kaisers Titus stand. Julius II. kaufte die Skulptur und stellte sie in den Cortile. Kein anderes antikes Werk zeigt eine derart gewaltige Anatomie des Schmerzes und letzter Verzweiflung. In höchstem Schmerz krümmt sich der kleinere der Knaben, denn die Zähne der Schlange haben sich tief in seine Seite gebohrt. Vergebens bäumt sich der Vater auf und versucht die zweite Schlange von seiner Hüfte zu reißen, wo er den Biß bereits verspürt. Das zweite Kind, das bereits fest vom Schlangenleib umstrickt ist, sucht hilflos das Antlitz des Vaters, ihm gilt auch der sterbende Blick des Vaters. Durch sein hilflos gleitendes Bein, dessen Fuß sich an der zweiten Altarstufe festkrallen will, wird die gewaltige Diagonale des Körperaufbaus betont.

Der gesamte rechte Arm des Laokoon fehlte ursprünglich. Dies führte zu verschiedenen Rekonstruktionsversuchen. Es gab zwei sich widersprechende Richtungen. Die einen ergänzten den Unterarm in gerader Fortsetzung des Oberarmes, die anderen nahmen an, dass der Arm abgewinkelt gewesen sein müsse. Aus Zufall entdeckte ein Archäologe den Originalarm im Studio eines Steinmetzes im Jahre 1905. Aber erst 1960 fügte ihn Filippo Mai so an, wie er einst ausgesehen hat.

6 Vorderseite eines Säulensarkophags mit drei Aedikulae (Gebäudeteil, oft ein Tor mit darüber befindlichem Dreiecksgiebel): in der Mitte die Verstorbene, in den beiden Nebenszenen nimmt sie an Unterweisungen von Philosophen teil.
7,8 Zwei Molosserhunde (muskulöse Doggenart).
9 Vorderseite eines Säulensarkophags.
10 Hermes (röm.Kopie nach griech. Bronzevorbild). Schon die lockere, elastische Haltung und der leicht übergeworfene Mantel lassen an den Götterboten Hermes denken.
11 Sarkophag mit der Darstellung der Amazonomachie (-kampf); in der Mitte behelmter Achill und die niedersinkende Penthesilea (die Tochter der Amazonenkönigin und des Kriegsgottes Ares hatte sich im Kampf um Troja gegen die Griechen gestellt.
12 Zwei Fragmente eines großen Wannensarkophags mit Tierkampfgruppen auf beiden Seiten
13 Statue der Venus Felix.
14 Feldherrensarkophag. Dargestellt ist die Clementia, die Milde gegenüber den Besiegten, als eine der großen Tugenden der Römer.
15 Triumphierender Perseus mit dem abgeschlagenen Haupt der Medusa in der erhobenen linken Hand. Der Sohn Danaes, den Zeus gezeugt hat, lebt bei König Polydektes; dieser versucht, sich an Danae heranzumachen und schickt daher Perseus mit dem Auftrag los, die Medusa zu besiegen. Diese mit Schlangen bekränzte Frau lässt mit ihrem Blick alle Menschen zu Stein erstarren. Perseus aber lässt sie selbst in einen glänzenden Schild blicken, den er von Athene erhält, und besiegt so die Meduse. Ihren abgeschlagenen Kopf nimmt er in einem Sack mit.
16,17 Die Faustkämpfer Kreugas und Damoxenos: der Sieg der Gerechtigkeit. Die beiden kämpften nämlich unentschieden miteinander; daraufhin durchstieß Damoxenos das Bauchfell des Gegners und riß ihm die Eingeweide heraus. Der Kampfrichter disqualifizierte Damoxenos und erkannte dem toten Kreugas den Sieg zu.
18 Bacchischer Sarkophag in Form einer Wanne: tanzende Paare von Satyrn und Mänaden (myth. Begleiterinnen der Dionysosumzüge) mit geschwungenen Thyrsosstäben (Attribut des Dionysos und seiner Begleiter).
19 Sarkophagrelief mit der Darstellung eines Hafens: in der Mitte, das Bildfeld beherrschend, der Verstorbene (stehend) und vor ihm sitzend die Verstorbene als Venus.

IV. SALA DEGLI ANIMALI

Antike Mosaiken als Fußboden. Im Durchgang: Ornamentales Schwarz-weiß-Mosaik mit Adler und Hasen (2.Jh.n.Chr.). - Im linken und rechten Flügel: je zwölf Bildfelder mit Flechtband verbunden (Stilleben).

1 Gruppe eines Meerkentauren: der Meeresgott Triton hält eine geraubte, klagende, sich ergebende Nereiden (Meeresnymphen) im Arm. An seinem Schwanzende zwei Eroten. Der eine legt den Finger an den Mund und rät der geraubten Schönen zu schweigen. Der andere Erot dagegen legt die Hand an sein Ohr, um in scheinheiliger Anteilnahme die Klagen der Geraubten zu hören. Der Triton hat eine Muschel in der Hand, mit der er bläst. Zur Vervollständigung der Gruppe muß man sich vorstellen, dass einst ein Wasserstrahl zwischen den Beinen des Triton aufschoss. Die Figur krönte einst einen Brunnen.
2 Statue des Meleager (Held der kalydonischen Jagd) mit Hund und Jagdtrophäe.
3 Mithrasgruppe: dieser Kult stammte aus Persien. Es handelte sich um einen Männerkult, dem v.a. Soldaten anhingen. Gezeigt ist die Tötung des Urstiers durch den Gott Mithras als Beginn der Schöpfung aus seinem Blut, was Skorpion und Schlange (als böse Geister) und Hund vergeblich zu verhindern trachten.
4,5 In die Wand sind zwei Mosaikfelder mit Landschaftsdarstellungen eingelassen, aus der von Kaiser Hadrian in Tivoli erbauten Villa Hadriana. 6 Krebs aus grünem Porphyr, äußerst seltener Stein.

V. GALLERIA DELLE STATUE

1 Links vor der Nische der Rückwand: Sitzbild der schlafenden Ariadne (Tochter des kretischen Königs Minos und seiner Gattin Pasiphaë; sie half Theseus den Minotauros zu besiegen. Von Theseus verlassen wartet sie auf die Epiphanie (Erscheinung) des Gottes Dionysos, der sie erwählt hat.
2 Darunter: Sarkophag mit der Darstellung schlangenbeiniger Giganten im Kampf gegen Götter.
3,4 Zwei Prachtkandelaber aus der Villa Hadriana. Auf den dreiseitigen Basen Göttergestalten im Relief (Jupiter mit Blitz und Zepter, Juno mit Zepter, Merkur mit Widder, Mars mit Helm und Lanze, Venus mit Blüte, Minerva mit Prunkhelm, Aegis (Ziegenfell) und Schlange. Ariadne den Rücken zukehrend, auf der rechten Seite der Galerie (gegenüber Fensterseite).
5 Statue des Hermes.
6 Eros.
7 Statue des ausruhenden Satyrs.
8 Oberkörper eines Triton (Wassergottheit).
9 Statue des Apollon Sauroktonos (Eidechsentöter), Kopie nach dem Bronzeoriginal des Praxiteles (350 v.Chr.). Hinweis auf die reinigende Kraft des Gottes, die von Krankheit und Plage befreit.
10 Statue einer verwundeten Amazone, Kopie nach Phidias (430 v.Chr.)
11 Sitzbild des Poseidippos (griech. Komödiendichter)
12 Sitzbild des Menander (berühmter griech. Komödiendichter).

VI. SALA DEI BUSTI

1 Büsten eines römischen Ehepaares.
2,3 Zwei Votivgaben von Kranken (Brustkorb und geöffneter Leib; Bitte um Heilung oder Dank für Genesung).
4 Kopf des Knaben Caracalla (Kaiser 211-217 n.Chr.)
5 Büste eines Knaben als Feldherr.
6 In der Nische an der Rückwand: Sitzbild des Jupiter, in der Linken das Zepter, in der Rechten den Blitz (Vorbild: Kultbild auf dem Kapitol).
7 Davor: Himmelsglobus mit Sternen und Tierkreiszeichen.
8 Unteres Bord, links: Kopf des Menelaos (König von Sparta, Ehemann der Helena, um deren Entführung der trojanische Krieg entbrennt) mit Prunkhelm.
9 Oberes Bord, Mitte: Basaltbüste des Serapis (Gottheit, vereinigt Osiris und Apis, Hades und Zeus).
10 Gegenüber der Fensterseite: Römische Kaiserbildnisse. Unteres Bord, von links nach rechts: Kopf des Julius Caesar.
11 Kopf des Augustus mit Ährenkranz.
12 Kopf des Kaisers Titus (Eroberer Jerusalems, weihte 80 n.Chr. das Kolosseum ein).
13 Büste des Kaisers Trajan (Eroberer Dakiens; ihm zu Ehren wurde die Trajanssäule am Fuße des Kapitols erbaut).
14 Oberes Bord, von links nach rechts: Kopf des Kaisers Antoninus Pius (138 - 161 n.Chr.).
15 Büste des Marcus Aurelius (161 - 180 n.Chr.), der nicht nur Kaiser, sondern acu geachteter stoischer Philosoph war.
16 Büste des Kaisers Lucius Verus (161 - 169 n.Chr.). Dieser war von Hadrian als Nachfolger abgesetzt und durch Mark Aurel ersetzt worden. Dennoch betätigte er sich politisch und war hochgeachtet. Mark Aurel machte ihn aus Anerkennung zu seinem Mitregenten, ein bis dahin ungekannter Vorgang. Später kritisierte er ihn für seinen ausschweifenden Lebensstil. Zugleich war Verus ein sehr erfolgreicher Feldherr (Sieg über das Partherreich) und sehr loyal gegenüber Mark Aurel. Dieser ließ ihn daher nach seinem plötzlichen Tod in den Alpen als Gott verehren.
17 Büste des Kaisers Commodus (176 - 192 n.Chr.) - Hauptfigur des Films Gladiator.
18 Büste des Kaisers Caracalla (211 - 217 n.Chr.); fieser Typ, der nach dem Tod des Vaters Septimius Severus seinen Bruder und Mitregenten Geta ermordete. Erbauer der größten Thermenanlage in Rom.

VII. GABINETTO DELLE MASCHERE

Den Fußboden bedecken vier Bilder eines antiken Mosaiks mit Maskendarstellungen (aus der Villa Hadriana). An der Decke Gemälde mit Darstellungen aus der antiken Mythologie: Paris beurteilt Venus als schönste Göttin; Ariadne wird, von Theseus verlassen, von Dionysos schlafend am Strand aufgefunden; Jagdgöttin Diana mit Endymion, ihrem ewig jungen und schönen Geliebten (sie lässt ihn mit Zeus' Hilfe in ewigen Schlaf sinken, um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm dadurch ewige Jugend zu schenken. Jede Nacht kommt sie zu ihm in die Höhle und zeugt mit ihm insgesamt fünfzig Töchter!); Venus mit Adonis, ihrem wunderschönen jungen Geliebten (Ihre Liebe musste Aphrodite allerdings mit Persephone teilen. Zeus verfügte, dass Adonis jeweils den dritten Teil seiner Zeit bei Aphrodite oder Persephone leben sollte. Über das restliche Drittel konnte er frei verfügen. Aphrodite habe der Sage nach sein auf den Boden fallendes Blut in ein Adonisröschen verwandelt, als ihn der eifersüchtige Ares, der sich in einen wütenden Eber verwandelt hatte, tötete. Aus jedem Blutstropfen soll ein Adonisröschen, aus jeder von Aphrodite vergossenen Träne eine Blüte gewachsen sein, die das Blut von Adonis blutrot färbte.).
1 Büste Papst Pius' VI.
2 Statue der kauernden Aphrodite.
3 Statue der knidischen Aphrodite (Original: Praxiteles), vielbewundert. Zum Bade entkleidet, das Gewand über dem Krug abgelegt, in dem das Wasser bereit steht, erscheint die Liebesgöttin als Kultstatue zum ersten Mal nackt, so als sähe sie niemand, wie sie niemanden wahrnimmt, still und ungestört in ihrem göttlichen Dasein.
4 Gruppe der drei Grazien (Untergöttinnen der Aphrodite, die den Menschen und den Göttern Anmut, Schönheit und Festesfreude brachten.
5 Satyrstatue, roter Marmor (Villa Hadriana).
Zurück in die SALA DEGLI ANIMALI, dann in die

III. SALA DELLE MUSE

1 Torso vom Belvedere: Auf dem Felssitz steht in griechisch geschrieben "Apollonius, Sohn des Nestor aus Athen, hat ihn gemacht". Da über dem linken Oberschenkel der Rest vom Kopf eines Tierfells liegt, glaubt man, dass es sich um die Gestalt des Herakles handelte. Der Torso ist seit dem 15. Jh. bekannt und wurde v.a. von Michelangelo Buonarotti bewundert. Der Künstler behauptete von sich, ein Schüler dieses Torso gewesen zu sein.
Immer wieder fertigte er Skizzen von allen Seiten an, und als er schon blind geworden war, tastete er ihn immer wieder ab. "Wahrlich, das hat ein Mensch gemacht, der weiser war als die Natur! Ein Jammer, dass es ein Torso ist", sagte Michelangelo. Buonarottis Bewunderung spiegelt sich besonders in den Gestalten der Sixtinischen Kapelle wider. Der Raum heißt nach den Statuen der 9 Musen (Göttinnen der Kunst) und ihrem Anführer Apoll, die hier an den Wänden aufgestellt sind. Sie wurden 1774 gefunden. Die Bezeichnung des Torso stammt vom ursprünglichen Aufstellungsort, dem Belvedere-Hof.

63 Die Muse Melpomene (Tragödie).
59 Die Muse Thalia (Komödie).
55 Die Muse Klio (Geschichte, Epos).
50 Die Muse Polyhymnia (Pantomime, Gesang).
23 Die Muse Erato (Hymnen,Liebeslied).
18 Die Muse Kalliope (heroischer Gesang, Elegie).
16 Apollo als Kitharöde (Sänger, der sich auf der Leiser begleitet) und Chorführer der Musen. 14 Die Muse Terpsichore (Tanz).

Von anderen Fundorten hinzugefügt:
9 Die Muse Euterpe (Flötenspiel, tragischer Chor).
57 Die Muse Urania (Astronomie). Der Saal enthält außerdem Bildnisse von berühmten Griechen in römischen Kopien:
72 Sophokles (bedeutendster griechischer Tragödiendichter).
65 Epikur (Begründer der epikureischen Philosophie des Hedonismus, der die Lust als Abwesenheit von Schmerz, zum höchsten Lebensziel erklärt).
8 Euripides (einer der großen klassischen Dramatiker, Verfasser von 90 Tragödien, 18 erhalten).
11 Platon.
16 Sokrates: Alkibiades sagte, Sokrates ähnle am meisten einem Silen. Der eigenwillige Schädel, die hohe gewölbte Stirn, die wulstige Stupsnase und der kräftige Bart entsprechen den Beschreibungen. Seine Nase verrät, dass er gerne Wein trank, wovon seine Frau Xanthippe ein Lied singen konnte.
17 Homer: aufgrund dieses Porträts aus dem 8.Jh. v.Chr. kam man zu der Auffassung, dass der Dichter blind gewesen sein müsse.
18 Aischines (Redner, Gegner des berühmten Redners Demosthenes).
52 Antisthenes (Schüler des Sokrates, Begründer der kynischen Philosophie, deren bekannteste Figur später Diogenes war, der in einem alten Weinfass hauste).
44 Perikles (führender Staatsmann Athens im 5. Jh. v.Chr.; mit seinem Wirken gingen der Ausbau der Attischen Demokratie, die Sicherung der Vormachtstellung Athens im Attischen Seebund und die Durchführung eines glanzvollen Bauprogramms auf der Athener Akropolis einher).
29 Periander (P. galt als Prototyp des Tyrannen, hart, aber weitsichtig. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich Korinth zur Blüte. Zu seinen gesetzgeberischen Erfolgen zählte die Zuteilung von Land an arme Bauern, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Luxusgesetze und Verbot des Sklavenerwerbs. Politische Gegner ließ er hingegen ermorden. Auch seine schwangere Ehefrau soll er durch einen Fußtritt getötet haben. Anfangs soll er ein friedlicher Herrscher gewesen sein. Dann habe sich seine Mutter Kratea in ihn verliebt und sich nachts im Dunkeln zu ihm geschlichen und ihn verführt. Eine Zeitlang blieb Periander ihre Identität verborgen. Eines Tages, als seine Mutter sich wieder zu ihm legte, entzündete er eine Lampe und entdeckte, dass seine Mutter seine Geliebte war. Anfangs wollte er sie töten, ließ jedoch von seinem Vorhaben ab. Doch seit dieser Zeit verwandelte er sich in einen gewalttätigen und grausamen Herrscher.
32 Bias (einer der 7 Weisen; Wahlspruch: Die meisten Menschen sind schlecht).

II. SALA ROTONDA

Rundsaal mit Kuppel, nach Art des Pantheon. Fußboden mit antiken Mosaiken: Kampfszenen von Griechen und Kentauren (Fabelwesen, halb Mensch, halb Pferd), Meertiere mit Nereiden (Meernymphen, die Poseidon begleiten und Seefahrer schützen) und Tritonen (Meeresgötter, angeblich Söhne des Poseidon). Der Blick fällt sofort auf die riesige Schale aus Porphyr. Sie misst 15 m im Umfang und 4,76 m im Durchmesser und ist damit die größte Steinschale der Antike. Sie wurde aus einem Stück Porphyr, einem Hartgestein, gefertigt. Die Schale stammt aus Neros Goldenem Haus. Papst Clemens IX. (1600–1669) ließ sie aus der Villa von Papst Julius III. in den Vatikan transportieren und dort provisorisch aufstellen. Heute steht sie in der Sala Rotunda auf einer Bronzeauflage mit vier Löwenfüßen. Zum Porphyr: er stammt vom 'Mons Porphyrites', einem römischen Steinbruch in der östlichen Wüste Ägyptens am nordöstlichen Steilhang des Dschebel Duchan-Gebirges, dessen höchster Berg 1626 Meter hoch ist. Das Gebirge selbst besteht aus präkambrischen Ergussgesteinen, zu denen der hier gefundene purpurrote (sowie ein schwarzer Porphyr (Andesit) mit weißen oder rosa Einsprenglingen), der extrem selten und damit sehr wertvoll war. Der kaiserliche Porphyr findet sich nur in einem kleinen Bereich von etwa sechs Quadratkilometern Ausdehnung. Seine Verwendung war in der Antike dem römischen Kaiser vorbehalten.
1 Statue des Genius (Schutzgeist) eines Kaisers (vermutlich Augustus) im Togagewand, den Saum über den Kopf gezogen zur Opferhandlung.
2 Kolossalkopf des Zeus 3 Kolossalstatue des Antinous (Geliebter Hadrians) mit Attributen des Dionysos-Osiris: Efeukranz, Binde, auf dem Kopf Pinienzapfen.
4 Statue der Erntegöttin Demeter.
5 Kolossalkopf des Kaisers Hadrian.
6 Kolossale Herkulesstatue aus vergoldeter Bronze. Die Statue stellt einen jungen Herakles dar, der sich auf die Clava (seine Keule) stützt und Äpfel der Hesperiden in der linken Hand hält. Durch einen Zufall blieb uns diese Statue erhalten. Da die Statue einmal vom Blitz getroffen wurde, entschieden die abergläubischen Auguren, dass man sie im Boden beisetzen müsse. Kaum eine Bronzestatue überlebte nämlich die Zeit des metallarmen Mittelalters. Als ein reicher Bankier 1864 seinen Palast renovieren ließ, fanden Arbeiter in dem abgeräumten Erdreich im Hof einen Finger aus Goldbronze. Daraufhin übernahm der päpstliche Kommissar der Altertümer selbst die fachmännische Leitung der weiteren Grabungen. Tatsächlich entdeckte man eine sorgfältig abgestützte weiträumige Kammer, in der die wohlerhaltene Statue des Herakles lag, nur der Finger fehlte ihm.
7 Kolossalbüste des Antinous (von Hadrian geliebter und nach seinem Tode im Nil (130 n.Chr.) unter die Götter erhobener Jüngling (aus der Villa Hadriana).
8 Statue der Hera.
9 Statue des Kaisers Claudius als Jupiter.
10 Statue der Juno.
11 Plotina, Frau Trajans.

I. SALA A CROCE GRECA

1,2 Zwei im Pharaonentypus wiedergegebene Stützfiguren aus rotem Granit (aus der Villa Hadriana). In der Mitte, im Fußboden: Mosaik mit Athenabüste.
3 Sarkophag der Konstantia. Reliefdekor: kelternde Eroten, an den Langseiten zwei Pfauen, ein Widder und ein Eros mit Girlande.
4 Statue des Augustus.
5 Sarkophag der Heiligen Helena, Mutter Konstantins. Das Material (Porphyr) deutet daraufhin, dass er für einen Kaiser geschaffen worden war, dem allein dieser Stein zustand. Wir sehen die römischen Reiter triumphierend über die gefangenen Barbaren hinwegreiten oder sie an Fesseln wegführen. Die Ausführung des Reliefs ist bei der Härte des Materials von erstaunlicher Feinheit. Auf den vier Ecken des Daches sitzen auf der Vorderseite zwei Victorien, auf der Rückseite zwei Eroten.
6,7 Zwei gelagerte Sphinxe aus rötlich grauem Granit.
8 Im Fußboden ein farbiges Mosaik eines Blumenkorbes.

Von hier aus gelangt man durch den von den Sphinxen flankierten eigentlichen Eingang des Museo Pio-Clementino wieder auf die Scala Simonetti und geht in den zweiten Stock.



 

Etruskisches Museum

Das von Papst Gregor XVI. gegründete und am 2. Februar 1837 eingeweihte Museum war eines der ersten, die eigens dem etruskischen Altertum gewidmet waren. Es verfügt über eine Sammlung von Fundstücken aus den Grabungen, die einige Jahre zuvor in den wichtigsten Städten des antiken Etrurien vorgenommen wurden, das damals zum Territorium des Kirchenstaates gehörte. In die Sammlung konnten aber auch Werke einfließen, die sich bereits im Vatikan befanden und schon lange Teil wichtiger Sammlungen waren.



I.SALA DEI SARCOFAGI

1 Sarkophag mit Szenen aus der Atridensage (Tantalos hatte die Götter bestohlen und wurde dafür im Tartaros mit ewigen Qualen bestraft. Der Fluch der Atriden, seiner Nachkommen, bezeichnet die Prophezeiung, dass sich in jeder Generation ein Mörder gegen seine Sippe wenden und bis zur fünften Generation alle Nachkommen des Tantalos in eine unheilvolle Folge von Gewalt und Verbrechen stürzen werde. Deckel: Darstellung des Toten.
2 (Nr. 14949) Sarkophag aus Kalkstein mit farbigen Reliefs. Der Verstorbene auf dem Deckel ruhend; Seiten: Leichenzug.
3 Beamtensarkophag. Vorderseite: die letzte Fahrt des Verstorbenen auf einem Zweigespann.
4 Sarkophag. Vorne: Tötung der Niobiden (Kinder der Niobe, die sich gegenüber der Göttin Latona arrogant gezeigt hatte: sie hatte mit ihren vierzehn Kindern geprahlt; darauf werden sie von Latonas Kindern Apoll und Diana getötet); links: Kentauromachie (der „Zentaurenkampf“ zwischen den Edelmenschen und den die wilde und unheimliche Natur verkörpernden Tiermenschen steht für die Auseinandersetzung zwischen Intellekt und Triebhaftigkeit im einzelnen Menschen; häufiges Thema der bildenden Kunst!); rechts: Schleifung der Leiche Hektors durch Achilles.
5 Rechteckige Grabstele mit einem auf beiden Seiten wiederholten Text in lateinischer und keltischer Sprache.
6 Statuette einer Frau aus Sandstein.
7,8 (Nr. 14953-54) Zwei Pferdeprotomen (Vorderteile), die am Grabeingang standen (Reise ins Jenseits).
9,10 (Nr. 14955-56) Zwei Löwen aus einem Grab, an dessen Eingang sie als Hüter aufgestellt waren.

II.SALA DELLA TOMBA REGIONALI-GALASSI

Fundstücke aus Nekropolen
1 Bronzereste des Thrones (Nr. 217) und eine Reihe kostbarer Schmuckstücke.
2 Totenbett (Nr.236), nach dessen Maßen wohl der "gebremste" Leichenwagen (Nr. 237) gebaut wurde: man beachte die Reste von Metallbeschlägen an den Felgen. - Zweirädriger Streitwagen (Nr. 227), ein Beweis dafür, dass der Tote den Status als Krieger und Mann von Rang besaß; siehe auch Prunkschilde (Nr. 243-250). - Geschirr des Grabes: zu den bedeutendsten Kostbarkeiten zählt das kleine birnenförmige Buccherogefäß (für Etrurien charakteristische schwarz leuchtende Keramik). (Nr.327), ein Tintenfaß, mit eingraviertem Alphabet auf dem Fuß.
3 Grabbeigaben.
4 Fein gearbeitete Bucchero-Gefäße, darunter der Kantharos (eine Art Kelch). (Nr.413) sowie ein Fläschchen (Nr.400) mit zwei Pferdeköpfen und Henkel in Gestalt eines Wagenlenkers.

III. SALA DEI BRONZI

In den Vitrinen sind sämtliche Bronzen-Statuen, Votivgaben, Gegenstände zum gewöhnlichen Gebrauch oder als Grabbeigabe vereinigt.
1 Ossuarien (Gefäße zur Aufbewahrung der Asche der Verstorbenen); Rundamphora mit hohem Fuß und Thronsessel; Hände in Bronzeblech getrieben,geschmückt mit kleinen Goldbeschlägen; elf gewölbte Rundschilde mit Löwenköpfen.
2 Zwei Bronzestatuetten sitzender Knaben; Statuette eines Haruspex (Priester, der aus der Leber des Tieres die Zukunft liest), gekennzeichnet durch die hohe Kopfbedeckung aus Fell oder Filz, die unter dem Kinn festgebunden wurde, denn ein Herunterfallen der Mütze während der Zeremonie galt als äußerst schlechtes Vorzeichen; ein alter Haruspex überprüft eine Tierleber.
3 Zahlreiche Helme 4 Bronzespiegel, die auf der Rückseite geschmückt sind; Inv.12241 Eos (Göttin der Morgenröte) entführt den jugendlichen Jäger Kephalos, in den sie sich verliebt hat; Inv.12259/60 Ovale Ciste (Behälter zur Aufbewahrung von Toilettengegenständen).
5 Kandelaber, deren größter (Inv.12411) eine Höhe von 1,50m erreicht.
6 Reiche Grabbeigaben aus Bronze.
7 In der Mitte des Raumes: Der "Mars von Todi". Ein jugendlicher Krieger, die Linke auf eine Lanze gestützt und in der vorgestreckten Hand eine Schale: im Augenblick der Darbringung eines Trankopfers vor der Schlacht.

IV. SAAL

1 Fibeln aus Bronze.
2 Grabausstattungen der Eisenzeit.
3 Impasto-Gefäße aus Etrurien. In der Vitrinenmitte oberes Bord: Oinochoe mit eingeritzten Tiermotiven (Pferd, drei Hirsche, Schlange).
4 Verschiedene Buccheroarten (typische Keramik Etruriens).
5 Grabmal mit dem sterbenden Adonis. Der Saal beherbergt Graburnen aus Alabaster und Kalkstein; Inv. 13887: auf einem Kasten ist der sterbende Oinomaos (König von Elis) dargestellt. Bei einem Wagenrennen, das er für die Verehrer seiner Tochter Hippodameia veranstaltet hatte, wurde er von Pelops geschlagen. Ihn umgeben Dämonengestalten.

V. SALA GUGLIELMI

Griechische, etruskische Vasen, Bronzen, Goldschmuck, Buccherogefäße.

VI. SALA DEI PREZIOSI

1 Mitte: zwei Ohrringe aus Gold, Bergkristall und Halbedelstein; unteres Bord: Ringe aus Gold, Silber.
2 Oben: Schmuckstücke aus Bernstein; bemerkenswert der Pferdekopf und der Kopf eines Sienen mit einem Weinschlauch auf dem Rücken; Mitte: Ohrgehänge; Boden der Vitrine: Ringe.
3 Kapseln aus dünnem Goldblech (bullae).
4 Ohrringe.
5,6 Goldblatt-Diademe (Totenschmuck).
7 Römischer Goldschmuck (1.Jh. n.Chr.).

VII. SALA DELLE TERRACOTTE

1 Kastenurne mit menschlichem Kopf; Protome eines geflügelten Pferdes.
2 Vier Terrakotta-Urnen; Amphoren, Krug, Spiegel, Armspange, Dachziegel.
4-9 Sehr reichhaltige Serie von Weihegeschenken aus einem Tempelbezirk.
10 Oberhalb der Vitrinen: Vier Platten mit Rankenfries und menschlichen Köpfen.
11 An der Rückwand: Giebelreliefs aus Terrakotta.

VIII. ANTIQUARIUM ROMANUM

Diese Räume beherbergen antike Kleinkunst aus der röm. Kaiserzeit:
1-4,7Architektonische Verkleidungsplatten aus Terrakotta.
5 Verkleidungsplatten mit Darstellung von drei Herkulestaten (Kampf mit nemeischem Löwen, mit der lernäischen Hydra und dem kretischen Stier).
6 Oberes Bord: Puppe aus Elfenbein mit beweglichen Armen und Beinen. Unteres Bord: Silbervasen, silberplattierte Bronzevasen (Weihegeschenke an Apollo).
8 Unteres Bord: u.a. megarischer Becher.
9 Zahlreiche Tonlampen.
10,11 Glasgefäße.
12 Oberkörper einer Porträtstatue aus Bronze.
13 Porträtkopf mit Lorbeerkranz (röm. Kaiser).

IX. SALA FALCONI

Werke etruskischen und röm. Ursprungs (wahllos zusammengestellt - typisch Privatsammlung!!)

Zurückgehen bis zum Hemizyklus und dann durch die Vasensammlung gehen (Säle XII, XI, X); danach: in h. Sala della Biga eintreten !



 

Diverse Säle und Gallerien

h. Sala della Biga

Aus der Scheitelöffnung der Kuppel fällt das Licht auf die
1 BIGA (Zweigespann), die dem Saal den Namen gab. Die Form gleicht der eines antiken Triumphwagens; wegen des Reliefschmucks (innen Lorbeerzweige) könnte man auch an Götterwagen denken.
2 Statue des bärtigen Dionysos.
3-7 Fünf Kindersarkophage, auf denen Wagenrennen von Eroten im Circus dargestellt sind.
8 Statue eines antretenden Diskobol (Diskuswerfer): in der Haltung kommt die Konzentration vor dem Wurf zum Ausdruck 9 Statue eines Diskobol im Moment des Diskuswurfes mit voller Konzentration, eine bis dahin unbekannte Lebendigkeit und Kühnheit (aus der Villa Hadriana).

h. Galleria dei Candelabri

Die aufgestellten Kandelaber gaben der Galerie den Namen.
1 Statuette eines Knaben, der vorschreitet, um im Spiel mit der Rechten eine Nuß zu werfen, während sein Mantel vom linken Arm herabgleitet.
2 Vor der Statuette: Kindersarkophag mit Deckel, auf dem die Gestalt des verstorbenen Knaben lagert.
3,4 Kandelaberpaar (Leuchterständer für brennendes Öl, Wachs, Harz).
5 Ganymed und Adler (Entführung des Ganymed durch den Adler des Zeus). Ganymed galt als schönster Junge der Welt; zunächst von der Morgenröte Eos entführt, nahm Zeus ihn ihr weg, weil auch er ihn liebte.) - Plinius: Man sieht es dem Adler an, wie er sich bewusst ist, was für einen Raub und für wen er ihn davonträgt, und wie er sich bemüht, mit seinen auf das Gewand des Jünglings gelegten Krallen den Jünglingskörper zu schonen.
6 Sarkophag mit Reliefszenen aus dem Mythos des Protesilaos (Griechischer Fürst, der mit vierzig schwarzen Schiffen in Troja landete und als erster starb). Links: Abschied von seiner Gattin Laodameia. Vorne: Tod vor Troja (sprang als erster der Griechen vom Schiff), Hermes führt ihn zu Laodameia, Totenklage, Hermes geleitet ihn auf Charons Kahn an die Gestade der Unterwelt. Rechts: Sisyphos (schleppt ganz links seinen riesigen Stein), Ixion (der die Gattin des Zeus zu verführen versucht hatte, Mitte) und Tantalos, der versucht zu trinken (die drei großen Büßergestalten der Antike im Tartaros).
7 Sarkophag mit Reliefszenen aus dem Mythos des Orest; dieser rächte den Tod seines Vaters Agamemnon, der von seiner Frau Klythemnestra und ihrem Geliebten Aegystheus nach seiner Rückkehr aus Troja ermordet worden war. Ganz links: Ermordung des Agamemnon durch Ägyst. Darüber eine Frau, die sofort die Neuigkeit verbreitet, vielleicht ist es auch Kassandra, die Agamemnon gewarnt hatte, das Haus zu betreten. Die Frau über der Szene mit dem wallenden Gewand und der Schlange um den Arm dürfte eine der Furien sein. Rechts finden wir Orest in Delphi (dreibeiniger Stuhl).
8 Hinter dem Sarkophag: Statue der ephesischen Artemis (Wiederholung des Kultbildes mit Symbolen der Fruchtbarkeit und Macht.
9-12 Unter den vier Arkaden, links und rechts: Zwei Paar Kandelaber (2.Jh.n.Chr..)
13 Statue des Apoll.
14 Statuette der Nike (Denkmal für einen Seesieg).
15 Sarkophag mit Reliefszenen aus dem Mythos des Bacchus (mit seinem Gefolge, Auffindung der Ariadne).
16 Sarkophag mit Reliefszenen vom Tode der Niobe-Kinder; rechts und links Apollo und Artemis, ihre tödlichen Pfeile abschießend.
17 Ganswürger. Das Kind, etwa dreijährig, drückt den Hals der Gans mit beiden Händen an sich und stemmt sich zurück gegen das fortdrängende Tier (infans anserem strangulat).
18 Statuette der Schicksalsgöttin Tyche, auf einem Felsen sitzend, Mauerkrone auf dem Kopf, Ähren in der Rechten.
19 Statue der Atalanta mit Palmzweig als Zeichen des Sieges (Nach der Geburt wird Atalante vom enttäuschten Jasos, der sich einen männlichen Erben gewünscht hat, ausgesetzt. Artemis schickt eine Bärin zu Hilfe, die das Kind säugt. Es wächst bei Jägern zur schnellsten Läuferin Griechenlands heran. Atalante wird selbst zur amazonenhaften Jägerin, schwört immerwährende Jungfräulichkeit und ist immer bewaffnet.)
20 Statue der Jagdgöttin Artemis, am Köcherband zu erkennen.
21 Statuette eines kmämpfenden Persers, an der Tiara als solcher zu erkennen.
22 Darunter: Sarkophag mit der Darstellung des Raubes der Leukippiden, der beiden Töchter des Königs Leukippos durch die Dioskuren, Kastor und Pollux, an ihren Spitzhüten zu erkennen. Sie werden geraubt, nachdem sie schon mit ihren Cousins, den Söhnen des Aphareus verlobt waren. Daraufhin kommt es zur Schlacht zwischen den Apharetiden und den Dioskuren. Vor allem in Sparta war der Mythos von großer Bedeutung. Er gehörte hier in inszenierter Form zum Initiationsritus spartanischer Mädchen vor ihrer Hochzeit. In der Szene haben die Dioskuren die Mädchen gefasst und tragen die sich Sträubenden davon. Rechts: davoneilende Frau und Krieger (Eltern?); links: jüngerer Krieger hält Bärtigen davon ab, die Mädchenräuber zu stellen. Auf den Nebenseiten: die Vermählung der Räuber mit den Geraubten. Da die Dioskuren von Zeus unter die Sterne versetzt wurden, galten sie als Beherrscher des astralen Bereiches und sind daher als Darstellungen in der Grabkunst beliebt.

i. Galleria degli Arazzi

Hier befinden sich Gobelins (16.Jh.gewebt). An der Wand gegenüber den Fenstern, von links nach rechts:
- Anbetung der Hirten; Hl.Drei Könige;
- Darstellung im Tempel;
- Kindermord zu Bethlehem (3x);
- Auferstehung; Christus u. Maria Magdalena;
- Emmaus; Bekehrung des Hauptmanns;
- Tod Julius Caesars (Inv.3788).
An den Wänden zwischen den Fenstern, von rechts nach links:
- Doktorexamen des Toddo Barberini (später Pp. Urban VIII.) zu Pisa;
- Regulierung des Trasumenenischen Sees;
- Barberini zum Kardinal erwählt;
- Barberini als Urban VIII. zum Papst gewählt;
- Gräfin Mathilde schenkt ihre Güter dem Hl.Stuhl;
- Urban VIII.annektiert Urbino;
- Urban VIII. baut ein Fort;
- Urban VIII. bewahrt Rom vor Pest und Hungersnot.

k. Galleria delle Carte Geografiche

Die Galerie hat ihren Namen von den 40 Landkarten (Fresken) der Regionen Italiens und des Kirchenstaates (die Namen befinden sich über den Karten). Wir stehen hier vor einem großartigen Zeugnis des geografischen und kartografischen Wissens des 16. Jh.'s. Die Galerie (120m lang) ist von Tonnengewölbe (Stuckverzierung; 80 Episoden aus der Kirchengeschichte und aus dem Leben der Heiligen) überdeckt. Die Landkarten sind eingeteilt nach Regionen:
links: die am Ligurischen und Thyrrenischen Meer,
rechts: die am Adriatischen Meer liegen. Die Karte jeder Region ist mit dem Plan der Hauptstadt versehen.
Eingangswand: Belagerung Maltas, Seeschlacht von Lepanto, Insel Elba, Tremiten-Inseln.
Ausgangswand: die vier großen Häfen damals (Civitavecchia, Genua, Venedig, Ancona).

l. Appartamento des Hl. Pius’ V.

Deckenfresko: Sturz Luzifers und der rebellischen Engel - An den Wänden Teppiche mit christl. Motiven.

m. Sala Sobieski

Von rechts nach links:
- Martyrium des Hl. Johann Sarkander (der im Kampf gegen protestantische Heere Verrat begangen haben soll und daher zu Tode gefoltert wurde);
- Hl.Pietro Canisio u.Ferdinand von Österreich;
- Johannes der Täufer;
- Märtyrer;
- Der polnische König Sobieski befreit Wien 1683 von den Türken.
- Römischer Fußboden aus Ostia.

m. Sala dell’ Immacolata

Die Fresken beziehen sich auf die Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Pius IX. (1854).
- Antiker Fußboden: aus Ostia.
- Mitte: reich verzierte Vitrine mit Manuskripten (Geschenk von Herrschern etc. an den Papst anläßlich der Definition des Dogmas).



 

Die Stanzen Raffaels

Die Stanzen Raffaels dienten Julius II. und seinen Nachfolgern als Wohnung. Raffael und seine Kollegen malten hier von 1508 - 1524, wobei vorhandene Fresken vorher entfernt wurden. Die 4 Stanzen haben alle einen rechteckigen Grundriß und Kreuzgewölbe.


I. SALA DI CONSTANTINO

Thema: Verherrlichung der Kirche, Sieg über Heidentum und Ansiedlung der Kirche in Rom
1 Taufe Konstantins (Reizwäsche der Innocentia beachten)
2 Schlacht an der Milvischen Brücke (Sieg Konstantins über Maxentius)
3 Erscheinung des Kreuzes
4 Schenkung Roms durch Konstantin an Papst Silvester (Schäferhund küßt Mädchen)
Decke: Kreuz und zerdepperte antike Statue
Mitte Decke: Scheingewölbe

II. STANZA d’ ELIODORO

Thema: Sichtbares Eingreifen Gottes Zum Schutz seiner Kirche.
Decke: Szenenbilder aus dem AT (Opferung Isaaks, brennender Dornbusch, Jakobsleiter, Gott erscheint Noah)
1 Begegnung Leos d.Gr. mit Attila (nach Rom verlegt). Am Himmel: Petrus und Paulus; vor ihrem Schwert schrecken die Barbaren zurück. Links nähert sich Leo d.Gr. auf einem weißen Maulesel.
2 Die Messe von Bolsena, ein Wunder aus dem Jahr 1263: ein böhmischer Priester, der während der Messe an der Präsenz Christi in der Eucharistie zweifelt, sieht plötzlich aus der konsekrierten Hostie Blut tropfen. Das Korporale mit den Blutstropfen wurde in einer Prozession nach Orvieto zum Papst gebracht; auf dieses Ereignis wird das Fronleichnamsfest zurückgeführt.
3 Die Vertreibung Heliodors aus dem Tempel: Heliodor sollte auf Weisung des syrischen Königs den Tempelschatz in Jerusalem rauben; beim Verlassen des Tempels wird er jedoch überrascht und auf der Flucht von einem Reiter und zwei Jünglingen gestellt (Anspielung auf die Vertreibung der Usurpatoren aus dem Bereich der Kirche durch Julius II.; er ließ sich am linken Bildrand darstellen).
4 Die Befreiung Petri (Züge Julius' II.)

III. STANZA DELLA SEGNATURA

Thema: die drei höchsten Prinzipien des menschlichen Geistes, die überirdisch-theologische Wahrheit (Disputa), die irdisch-philosophische Wahrheit (Schule von Athen), das Gute (Tugenden), das Schöne (Parnaß).
Decke: allegorische Darstellungen der Theologie, Philosophie, Gerechtigkeit, Poesie; in den rechteckigen Feldern: Adam und Eva, Astronomie, Urteil Salomons, Apoll und Marsyas.
1 Disputa des allerheiligsten Sakraments (Triumph der Religion)
2 Die Kardinaltugenden in Frauengestalt (Tapferkeit mit Eichenzweig, die zweigesichtige Klugheit erforscht sich im Spiegel, Mäßigung hält die Zügel fest) - Die göttlichen Tugenden in Gestalt von Amoretten (Glaube weist auf den Himmel, Hoffnung mit Fackel, Liebe schüttelt Eichenbaum)
5 Die SCHULE VON ATHEN. Eine Schar von Denkern der Antike (bisweilen mit Zügen von Zeitgenossen) bewegt sich diskutierend in einer Basilika. Mitte: Platon (Leonardo) und Aristoteles: P. weist zum Himmel, auf die Welt der Ideen, A. hält die Hand geöffnet zwischen Himmel und Erde. Links: Sokrates mit Stupsnase, vor ihm Alkibiades und, in Rüstung, Alexander des Großen.
Auf den Treppenstufen in der Mitte: Diogenes.
Am Fuße der Treppe links: der mit Weinlaub bekränzte Epikur; neben ihm der Orientale Averroes, der dem auf eine Tafel schreibenden Pythagoras über die Schulter schaut.
Zur Mitte hin: Heraklit (Michelangelo). Rechts vornübergeneigt, über dem Kompaß grübelnd: Euklid (Bramante). Ganz rechts auf dem Bild Sodoma (weißer Mantel) und hinter ihm Raffael (Selbstbildnis).
In den Nischen des Baus: Apoll, Athene. Der Parnaß.
In der Mitte, von Musen umgeben, Apoll, der die Saiten seiner Lyra schlägt; zu seiner Rechten der blinde Homer (Gesichtszüge des Laokoon), Dante und Vergil zur Seite. Weiter unten sitzt Sappho.
Rechts: italienische Dichter

IV. STANZA DELL'INCENDIO DI BORGO

Thema: Verherrlichung des damals regierenden Papstes Leo X. - An den Türen: hervorragende Einlege- und Schnitzarbeiten.
1 Krönung Karls d.Gr. in St. Peter
2 Der Borgobrand: erinnert an Feuersbrunst in Rom, die durch das Zeichen des Kreuzes gelöscht wurde. Im Vordergrund: die in Panik versetzte Menge. Die Gruppe links ist in Anlehnung an Vergils Schilderung von der Flucht des Aeneas aus dem brennenden Troja, seinen Vater Anchises auf den Schultern, dargestellt.
3 Seeschlacht von Ostia: Sieg über Sarazenen und Anspielung auf Kreuzzug gegen Türken
4 Rechtfertigung Leos III.': Eidesleistung des Papstes, womit er sich gegen Verleumdungen rechtfertigte.

n. Cappella di Urbano VIII.

Kleine Privatkapelle mit Goldstukkaturen und Fresken. Über dem Altar: Kreuzabnahme Christi



 

Die Gemächer Borgias



Der Spanier Rodrigo de Borja y Doms (italianisiert „Borgia“) wurde nach dem Tod von Papst Innozenz VIII. zum Papst gewählt: Alexander VI. Der Name des Borgia-Papstes bezieht sich auf den Teil der Gemächer, die er während seines Pontifikats nutzte, das von 1492 bis 1503 dauerte und in das so bedeutende Ereignisse wie die Entdeckung Amerikas und das große Jubiläum des Jahres 1500 fielen. Die Borgia-Gemächer umfassen sechs große Säle, die Alexander VI. renovieren und ausschmücken ließ und in denen ein Teil der 1973 von Paul VI. eingeweihten Sammlung moderner religiöser Kunst der Vatikanischen Museen untergebracht wurde.

r. Appartamento Borgia

Das Appartamento Borgia beherbergt Teile der Sammlung Moderner religiöser Kunst. Es wurde von Alexander VI. (1492-1503) bewohnt. Ausmalungen von Pinturicchio. Von den Stanzen Raffaels gelangt man in
I. Sibyllen und Propheten; astrologische Symbole der sieben Hauptplaneten und ihr Einfluß
III. Propheten und Apostel
IV. Die Freien Künste, in Gestalt schöner Frauenfiguren allegorisch dargestellt
1 Astronomie,
2 Grammatik,
3 Dialektik,
4 Rhetorik,
5 Geometrie,
6 Arithmetik,
7 Musik

V.1-6 Heilige. In den Zwickeln des Deckengewölbes: Szenen des Mythos von Isis und Osiris. Auf dem Bogen: Mythos von Io und Argus (Merkur schläfert Argus ein;Hera verlangt von Jupiter die Auslieferung der Io;Io wird von Jupiter verführt; Isis sitzt zwischen Horus und Merkur auf dem Thron;Merkur tötet Argus)

VI. Glaubensgeheimnisse:
1 Christi Himmelfahrt
2 Pfingsten
3 Mariä Himmelfahrt
4 Verkündigung
5 Geburt Christi
6 Anbetung der Könige
7 Auferstehung
VII. Die zwölf Zeichen des Tierkreises, ein Engelsreigen (Mitte)
VIII. Audienzsaal. Decke: Apostelfürsten, Geschichten aus der Apostelgeschichte
IX. Reich geschnitzte und dekorierte Decke: in der Mitte - Pfingstdarstellung
XIII. Schlafzimmer Alexander VI.', wo er auch starb. Niedrige, reich geschnitzte Holzdecke.

r. Sammlung moderner religiöser Kunst

Die Sammlung Moderner religiöser Kunst wurde auf Wunsch Pauls VI. angelegt, als Dokument dafür, dass die Kunst unserer Zeit sehr wohl religiöses Gemüt auszudrücken vermag.
II. Werke von Goya, Rodin, Matisse
XIV. Rekonstruktion der Friedenskapelle von Manzu
XV. Werke von Rouault
XVI-XVIII. Gauguin, Chagall, Dali, Utrillo
XIX-XXII. Graphische Abteilung mit Zeichnungen und Stichen: Moore, Klee, Kandinsky, Le Corbusier, Braque, Munch
XXXIII.-LV. Räume unter der Sixtinischen Kapelle: Sammlungen nach Nationalitäten und Kunstströmungen
XL-XLIII: deutsche Expressionisten - Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Nolde, Dix, Beckmann, Kokoschka



 

Sixtinische Kapelle

Papst Sixtus IV. ließ sie 1477-1480 erbauen. Auch heute noch wird das Konklave zur Wahl des neuen Papstes hier abgehalten.
Fußboden: mehrfarbiger Marmor. Wände: Freskenschmuck von sehr vielen Künstlern (u.a. Botticelli, Pinturicchio, Signorelli).
Decke: Julius II. beschloß Änderung des Deckenschmucks (zuvor: gestirnter Himmel). Michelangelo malte gegen seinen Willen von 1508-1512 die Decke aus.
Jüngstes Gericht: Klemens VII. zwang Michelangelo.Dieser malte gegen seinen Willen von 1536-1541 an die Altarwand das Jüngste Gericht (200 m2 Oberfläche, 391 Figuren).

I. Mosesszenen:
1 Wanderung Mosis nach Ägypten
3 Begebenheiten aus dem Leben Moses
5 Durchzug durchs Rote Meer
7 Übergabe der Gesetzestafeln
9 Bestrafung von Korach,Datan und Abiram
11 Testament Mosis

II. Christusszenen:
2 Taufe Christi
4 Versuchung Christi
6 Berufung der ersten Apostel
8 Bergpredigt
10 Schlüsselübergabe
12 Das Letzte Abendmahl

1a-14b Die ersten 26 Päpste




Die Decke

13 Streit um den Leichnam Mosis
14 Auferstehung Christi
15 Judith und Holofernes
16 David und Goliath
17 Prophet Zacharias
18 Trunkenheit Noahs
19 delphische Sibylle
20 Prophet Hoel
21 Sintflut
22 Opfer Noahs nach der Sintflut
23 Prophet Jesaja
24 Sibylle
25 Sündenfall
26 Erschaffung Evas
27 Sibylle von Cumae
28 Prophet Ezechiel
29 Erschaffung Adams
30 Trennung Land/Wasser
31 Prophet Daniel
32 Sibylle
33 Gestirne
34 Scheidung Licht/Finsternis
35 Sibylle
36 Jeremias
37 Eherne Schlange
38 Bestrafung Hamans
39 Prophet Jonas
40 - 53 Vorfahren Christi
54 - 63 Medaillons mit Geschichten aus Genesis

Das Jüngste Gericht



Hauptwerk aus Michelangelos späterer Schaffensperiode, das er sechzigjährig ausgeführt hat.
1 In den beiden Lünetten tragen Engel im Flug die Symbole des Leidens Christi
2 Jesus als Weltenrichter (anti-traditionelle Gestalt mit den Gesichtszügen des Apoll vom Belvedere und herkulinischen Körperformen
3 Jungfrau Maria, die das Haupt in einer Gebärde des Erbarmens neigt
4,5 Die Schutzheiligen Roms (Laurentius mit dem Rost, Bartholomäus mit abgezogener Haut; der darauf zu sehende Kopf ist das schmerzverzerrte Selbstbildnis Michelangelos!!!)

Rechts:
7-9 Petrus mit den Schlüsseln, Adam und Eva
10,11 Versöhnung zwischen Esau und Jakob
12 Simon von Kyrene mit dem Kreuz auf den Schultern
13 der Hl.Sebastian mit den Pfeilen in der Hand
14 Hl.Katharina von Alexandrien mit dem gezähnten Rad
15 Hl. Blasius mit den Eisenkämmen
16 Dismas mit dem Kreuz
17 Simon Zelotes mit der Säge

Links:
18 Hl. Andreas mit dem Kreuz
19 Johannes d.Täufer mit dem Fellumhang
20 Gruppe mit der Personifikation der Mutter
21 die nackte Eva
22 Vergil
23 die posaunenblasenden Engel
rechts: die von den Dämonen zu Fall gebrachten Verdammten
links: die Auserwählten, die zum Himmel aufsteigen
24 Gruppe der beiden Erlösten, die sich am Rosenkranz festhalten

Unten links: die Auferstehenden, deren Körper nach und nach wieder menschliche Gestalt annehmen
unten rechts: die Unterwelt
25 Charon, der die Verdammten aus dem Boot stößt
26 Minos, dem Michelangelo die Züge des Zeremonienmeisters des Papstes gab, der das Werk des Künstlers heftig kritisiert hatte)



 

Biblioteca Vaticana



XIII. In den Vitrinen sind einige Paramente (Altarklamotten), 14.-18.Jh., ausgestellt.

XII. Kirchenschätze (Elfenbeinrelief mit der Heilung des Blinden)

XI. römische und frühchristliche Gläser, Geräte und Andachtsgegenstände aus Email, Elfenbein und kostbaren Metallen vom Ma bis zu Neuzeit.

X. Gegenüber dem Eingang: Aldobrandinische Hochzeit (Fresko aus augusteischer Zeit) - Seitenwände: römische Fresken aus dem 1.Jh.v.Chr. mit Landschaften und Szenen aus der Odyssee (u.a. Circe)

IX. Goldgläser aus frühchristlicher Zeit, u.a. Bildnis des Schiffbauers Dädalus; Erweckung des Lazarus; Kanaan

VIII. frühchristliche Altertümer: u.a. Ikone mit Hl. Theodor, aus feinstem Mosaik

VII. Handschriften aus der Biblioteca Palatina

VI. In den größeren Lünetten des ersten Raumes sind Fresken von C.Nebbia und G.Guerra (1590): Ansicht von St.Peter (nach Projekt von Michelangelo) und Transport des Obelisken auf den Petersplatz im Jahre 1586.

IV. Episoden aus dem Pontifikat Pauls V.' III. aus dem Pontifikat Pius VI.' II. aus dem Pontifikat Pius VII.'; in den Vitrinen Modelle von Bernini (Liebe,Habakuk,Daniel in der Löwengrube) (Chigi-Kapelle, Grabmal Urbans)

VIII. I. Exponate aus etruskischer, römischer und MA-Zeit



 

Pinienhof


Der Cortile della pigna (Pinienhof) bildet den nördlichen Abschluss des großen Belvedere-Hofes aus der Renaissance, der durch die Anbauten der Bibliothek Sixtus' und den Braccio Nuovo Pius' dreigeteilt wurde. Der Pinienhof erhielt seinen Namen von einem gewaltigen Pinienzapfen aus Bronze, den man vor dem "Nicchione" (Piniennische), einem halbrunden Fassadenbau aufstellte. Der Hof wird im Süden durch den Braccio Nuovo, im Osten von der Galleria Chiaramonti, im Norden vom Palazzetto Innozenz' VIII. und im Westen von den Galerien der Apostolischen Bibliothek begrenzt.

In der Mitte:
Kollossaler Pinienzapfen aus Bronze. Im 1. oder 2. Jh. von einem gewissen Publius Cincius Salvius gegossen (Name auf der Basis). Möglicherweise stand er auf dem Marsfeld, in dem Gebiet, das heute 'Pigna' heißt, und wo er als Brunnen diente. Das Wasser sprudelte aus den Öffnungen in den Schuppen des Zapfens. Wahrscheinlich im 8. Jh. am Eingang von alten Petersdom aufgestellt, befand sich der Zapfen in der Mitte eines Brunnens, der von einem üppigen Baldachin überspannt war. Sein Aussehen kennt man aus Renaissance-Zeichnungen. Von dort wurde er im Jahr 1608 während der Errichtung der neuen Basilika entfernt und an seinem heutigen Tag aufgestellt.

Unter dem Zapfen:
Kapitell aus den Thermen des Alexander Severus (222-235 n.Chr.) mit Darstellung von Athleten und Kampfrichtern. Von Pp. Klemens um 1700 für die Pinie aufgestellt.

An den Seiten:
Bronzekopien von Pfauen . Die originale wurden aus Gründen der besseren Konservierung in den Braccio Nuovo gebracht.

In der Mitte der Ostseite:
Kolossalkopf des Augustus. Auf dem Aventin entdeckt, ging der Kopf im 16. Jh. in die Sammlung Mattei ein und war bis 1801 in der Villa Celimontana, dann vom Vatikan erworben. Wahrscheinlich gehörte er zu einer Kolossalstatue, deren nackte Körperteile (Kopf, Arme und Beine) aus Marmor gearbeitet waren, der Rest bestand aus Mauerwerk und Stuck. Beachtenswert die Renaissance-Restaurierung der Haare.

In der Mitte des Hofes:
Kugel in der Kugel von Arnaldo Pomodoro. Die Bronzeskulptur wurde von dem Künstler 1990 für das Vatikanische Museum geschaffen und misst 4m im Durchmesser. Sie steht an der Stelle, die einmal das Denkmal für das I. Vatikanische Konzil (1869-1870) einnahm. Dieses war 1885 von Leo XIII. hier angebracht worden und von Pius XI. 1936 in die Vatikanischen Gärten verlegt worden, wo es sich noch heute befindet.



 
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